St Martin's & St Paul's
Parish Canterbury
Ein herzliches Willkommen an alle Besucher dieser kleinen Kirche, der ältesten Englands. Seit vielen Jahrhunderten beten Leute hier zu Gott ohne Unterbrechung.
Das genaue Entstehungsdatum dieser Kirche ist nicht bekannt, einige Hinweise helfen uns jedoch weiter.
Römische Friedhöfe gab es ohne Zweifel auf dem Berg hier, daher ist es möglich, dass der älteste Teil der Skt. Martinskirche ursprünglich als Leichenkammerkapelle erbaut wurde.
Der im 8. Jahrhundert lebende Historiker Bede erwähnt die St. Martinskirche in seinem 731 n. Chr. geschriebenen Buch „Geschichte der englischen Kirche und des englischen Volkes". Laut Bede heiratete 580 n. Chr. der heidnische König Ethelbert von Kent die christliche Bertha, Tochter von Charibert, dem König der Franken. Bei ihrer Ankunft in England erteilte Ethelbert ihr und ihrem Kaplan Liudhard die Genehmigung ihren Glauben auszuüben, und zwar in der kleinen von den Römern erbauten Kirche im Osten der Stadt, die dem Heiligen Martin gewidmet war (dem Soldaten, der im 4. Jahrhundert Bischof von Tours geworden war).
Ethelbert war nicht nur der König von Kent sondern der Oberste König aller Kö-südlich des Humberflusses. Wenn Bertha ihn überreden könnte, als Christ getauft zu werden, wäre es natürlich möglich, dass alle englischen Königreiche ihm folgen. Gott erhörte 597 ihr Gebet indem Papst Gregory der Grosse den Heiligen Augustinus nach England mit einer Gruppe von 40 Mönchen schickte, um die Engländer zu bekehren. König Ethelbert, sobald er überzeugt war, dass Augustinus für ihn keine Gefahr darstellte, erlaubte ihm die St. Martinskirche als seinen ersten Stützpunkt zu benutzen. Nach Ethelberts eigener Bekehrung gewährte er Augustinus ein Grundstück in Canterbury zur Errichtung eines Doms und eines Klosters.
Das Kirchenschiff soll als Anbau zu Berthas Kapelle erbaut worden sein, um Augustinus' Gefolge unterzubringen, bevor der König selbst bekehrt wurde. Die von Königin Bertha benutzte Kapelle ist der westliche Teil des heutigen Altarraums, zwischen dem ersten und dem zweiten Treppenlauf.
Der Grundriss der Kirche wurde über Jahrhunderte mehrfach geändert. An der Aussenfassade der südlichen Mauer nimmt man den Umriss einer Tür wahr und an der nördlichen Seite des Kirchenschiffes sind die Überreste eines normannischen Türeingangs, der seinerzeit den Haupteingang der Kirche darstellte, da sich neben ihm ein steinernes Gefäss für Weihwasser befindet. Dieses wurde inzwischen umgebaut, um als Gefäss für eine Nachbildung des Chrisamgefässes aus dem 14. Jahrhundert zu dienen, das 1849 während der Sanierungsarbeiten in der Kirche gefunden wurde und sich jetzt in der Schatzkammer des Doms befindet.
Die westliche Mauer zeigt nach Abtragung des ursprünglichen Putzes ihre Konstruktion, die sich über die Jahrhunderte stark veründert hat. Alle drei Mauern des Kirchenschiffes wurden ursprünglich im römischen Stil erbaut, jedoch nicht fachmännisch. Am Fuss der westlichen Mauer liegen sehr regelmässig angeordnete Steine and darüber zum Teil römische Fliesen. Noch höher sieht man andere Baustoffe, in der Mitte den Umriss einer grossen Öffnung, auf jeder Seite davon weitere, im römischen Stil gebaute Fensterumrisse, die später von sächsischen Maurern vergrössert wurden. Diese Fenster wurden alle im Rahmen des Turmanbaus in 14. Jahrhundert zugemauert.
An der südlichen Mauer in der Nähe des Altarraumbogens befindet sich eine kleine normannische Piscina (Wasserbecken), die zum Teil beschädigt ist. Sie ist hier, weil an dieser Stelle seinerzeit ein der Heiligen Jungfrau gewidmeter Altar stand.
In der Nähe des westlichen Türeingangs steht der Taufstein, aus Steinen von Caen gefertigt, der auf einem grossen, einzelnen, mit abgeschrägtem Oberrand versehenen Sockelstein sitzt. Die Geschichte des Taufsteins ist unbekannt. Der Sockel war möglicherweise ein Mühlstein gewesen, die Steine sind auf ähnliche Art wie diejenigen verziert, die unter den Überresten des Dompriorats gefunden wurden. Die Steine sind hier eindeutig in der falschen Anordnung zusammengebaut. Sie waren vielleicht Teil eines Brunnenkopfs im Dompriorat.
Der Umfang der von Königin Bertha benutzten Kapelle ist an den Mauern römischer Ziegel ersichtlich, von denen der Putz abgetragen wurde. An der südlichen Seite sind zwei zugemauerte Türeingänge, einer mit flachem Sturz und einer mit gerundetem sächsischen Bogen. Die Statue der Königin Bertha, von Mutter Concordia der Abtei zu Minster modelliert, wurde hier 1997 während der Feierlichkeiten des 1.400sten Jahrestages der Ankunft des Heiligen Augustinus aufgestellt.
Neben dem Altar an der südlichen Seite liegt ein Grab, von dem früher behauptet wurde, Berthas Ruhestätte zu sein. Als es jedoch 1897 geöffnet wurde, entdeckte man, dass die darin enthaltene Gebeine die eines Mannes waren. Sowohl Bertha als auch der König wurden in der Kirche der Abtei des Heiligen Augustinus begraben.
Die Mauern des Sanktuariums neben dem Altar datieren vom 12. oder dem 13. Jahrhundert aber die Glasmalerei in den östlichen Fenstern stammt vom 19. Jahrhundert, und stellt Szenen aus der Geschichte dieser Kirche dar, allerdings mit etwas künstlerischer Lizenz.
Auf beiden Seiten des Altars sind zwei Fenster, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das ältere Fenster in der südlichen Wand stellt in prächtiger Glasmalerei die Begrüssung von Kindern durch Christus dar. Das moderne Fenster in der nördlichen Wand widmet sich der Einheit der Christen, es wurde zur Erinnerung an den Oberst-leutnant John Haddon, der 1993 verstorben und viele Jahre hier Kirchenvorsteher und gleichzeitig Vorsitzender des Kirchenbeirats von Canterbury war, eingesetzt.
Anfangs dieses Reklamezettels wurde die Königin Bertha erwähnt. Hier wachte und betete sie vor 1.400 Jahren. Heute wachen und beten wir weiterhin, insbesondere für die Einheit der Christen. Donnerstags um 12.00 Uhr feiern wir Abendmahl mit Gebeten für Einzelpersonen, für den Weltfrieden sowie für die Freunde der St. Martinskirche weltweit. Am westlichen Ende der Kirche liegt ein Heft, in dem Sie eventuelle Fürbitten eintragen können.
So wie du in mir bist und ich in dir, Vater, so sollen auch sie in uns eins sein.
Das Evangelium St. Johann, Kapitel 17, Vers 21.
Möge Gott Sie segnen und schützen.
Zum Verkauf in der Kirche sind:
ein schön illustrierte Geschichte der Kirche und des Auftrags des Heiligen Augustinus mit dem Titel: Die Wiege des Englischen Christentums.
Preis £5,00. Sowie eine breite Auswahl von Postkarten, Briefpapier und Lesezeichen zu günstigen Preisen Der Erlös aus diesen Verkäufen trägt dem Unterhalt
der Kirche bei. Als anglikanische Gemeindekirche wird die Kirche allein durch das freiwillige Spenden ihrer Mitglieder, Freunde und Besucher finanziert.
Wir, mögen wir auch viele sein, sind eins in Christus und jeder einzelne ein Teil des anderen.
© PCC St Martin's and St Paul's Canterbury 2008 - 2010